Is Palestine a feminist issue? Zur Verschränkung von (Queer)-Feminismus und Antisemitismus

Mittwoch, 29. Oktober 2025, 19.30 |

Veranstaltung mit Cordula Trunk am 29.10.25 um 19:30 (Einlass 19:00 Uhr) im Centro Sociale im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2025

Seit dem grausamen Massaker der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober in Israel sowie dem darauffolgenden Krieg in Gaza ist ein drastischer Anstieg von Rassismus und Antisemitismus zu verzeichnen – auch in feministischen und linken Kreisen. Obwohl der Einsatz von systematischer sexualisierter Gewalt erklärter Teil der Angriffsstrategie der Hamas war und hundertfache Vergewaltigungen und Femi(ni)zide zur Folge hatte, blieb die feministische Solidaritätswelle mit den betroffenen israelischen Frauen und Queers aus.
Selbst UN Women, eine der größten internationalen feministischen Organisationen, brauchte über zwei Monate, um in einem Statement auf die geschlechtsspezifische Gewalt zu reagieren. Einige feministische Gruppen stellen sogar in Frage, ob die Vergewaltigungen überhaupt stattgefunden hätten; Mehr noch, sie feiern die zutiefst queerfeindliche, antifeministische und antisemitische Hamas als dekoloniale Befreier*in.

Doch nicht erst seit dem Massaker am 7. Oktober spaltet die Auseinandersetzung um Antisemitismus, Postkolonialismus und Israel die linke Bewegung. Die mangelnde Bereitschaft, sich mit dem eigenen Antisemitismus auseinanderzusetzen, hat auch in feministischen Kontexten eine lange Tradition.

Nach einer historischen Einordnung des 7. Oktobers wird die Rolle von Social Media beleuchtet, insbesondere das Streamen der sexualisierten Gewalt als moderne Variante der Zurschaustellung von Kriegstrophäen. Anschließend wird gefragt, woher die problematischen Allianzen zwischen Feminist*innen und Islamist*innen kommen und eine Antwort auf drei Ebenen formuliert: individuell, theoretisch und bewegungspolitisch.

Der These folgend, dass große Teile des feministischen Mainstreams einem vulgären Postkolonialismus anhängen, werden sowohl Rassismus als auch Antisemitismus als Unterdrückungsideologie in ihren Funktionsweisen erläutert, voneinander abgegrenzt und auf ihre jeweiligen Leerstellen hin befragt. Im Anschluss wird anhand von theoretischen Konzepten wie „intersectionality of struggles" (Angela Davis) aber auch Aussagen der queeren Ikone Judith Butler auf die Nähe von (mancher) queerfeministischer Theorie und Antisemitismus eingegangen.

Gemeinsam mit feminism unlimited hamburg werden abschließend Interventionsmöglichkeiten und Ansätze für die Stärkung der emanzipatorischen und queerfeministischen Linken diskutiert.

Zur Person

Cordula Trunk ist wissenschaftliche Mitarbeiter*in an der Universität Innsbruck.

Dort promoviert sie zur Konfliktgeschichte um das feministische Subjekt. Ihre Forschungsschwerpunkt sind Subjektivierungsforschung, Feministische Konfliktgeschichte und Antisemitismus in subkulturellen Bewegungen. Neben ihrer akademischen Tätigkeit ist sie seit vielen Jahren in der feministischen und antifaschistischen Bewegung aktiv und Theorie und Praxis gehören für sie untrennbar zusammen.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Veranstalter*in: feminism unlimited hamburg mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus

https://feminismunlimitedhamburg.wordpress.com/2025/09/12/is-palestine-a...

Instagram: @feminism_unlimited_hamburg

Centro Sociale
Sternstraße 2
20357 Hamburg

Weitere Veranstaltungen

  • Fr, 15.05.2026, 21.30 | bis Sa, 16.05.2026, 00.00 | Sa, 16.05.2026, 22.00 | bis So, 17.05.2026, 01.00 |
    Centro Sociale
    Bar
    collage aus Film Stills, dem Logo und in großen Buchstaben: Bar
    tink_Bar

    Der Abspann zum Filmfest:

    Am Freitag- und Samstagabend laden wir euch nach dem letzten Film herzlich in unsere gemütliche Bar im Centro Sociale ein. Dort gibt es Raum für Austausch, Vernetzung, neue Kontakte und entspannte Gespräche. Es gibt eine Auswahl an Getränken — mit und ohne Alkohol.

    tinkino.org
    Wir freuen uns darauf, den Abend mit euch ausklingen zu lassen!

  • Sa, 16.05.2026, 12.00 | Sa, 16.05.2026, 15.00 | Sa, 16.05.2026, 18.00 |
    Reichshof Hotel Hamburg
    Sonstiges
    QueerHistoryMonth | Auf ins Eldorado! | Immersives Theater im Reichshof

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  • Sa, 16.05.2026, 13.00 |
    Centro Sociale
    Film
    die person maja mit lila pulli und einem mikrofon in der hand
    Maja T. + Q&A

    Maja T. ist eine nicht-binäre Antifaschist_in, die über 600 Tage in Budapest in Isolationshaft saß. Maja war 24 Jahre alt, als Maja sich im Verfahren mit einer möglichen Freiheitsstrafe von bis zu 24 Jahren konfrontiert sah. Der Film zeigt Ausschnitte aus den Gerichtsverhandlungen in Budapest sowie Eindrücke der Solidaritäts- und Unterstützungsbewegungen rund um Maja.

    Nach dem Film gibt es ein ausführliches Film- und Hintergrund Gespräch.

  • Sa, 16.05.2026, 14.00 bis 16.15 |
    Stadtteil St.Pauli
    Sonstiges
    QueerHistoryMonth | 100 Jahre schwule Geschichte – eine Reise durch Lust, Leben und Widerstand auf St.Pauli | Stadtführung

    QueerHistoryMonth | 100 Jahre schwule Geschichte – eine Reise durch Lust, Leben und Widerstand auf St.Pauli | Stadtführung

  • Sa, 16.05.2026, 12.00 | Sa, 16.05.2026, 15.00 | Sa, 16.05.2026, 18.00 |
    Reichshof Hotel Hamburg
    Sonstiges
    QueerHistoryMonth | Auf ins Eldorado! | Immersives Theater im Reichshof

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  • Sa, 16.05.2026, 15.30 |
    Centro Sociale
    Film
    von oben sehen wir junge Menschen die Kopf zu Kopf auf dem Rücken liegen und lächelnd nach oben sehen
    NIÑXS + La Pureza

    Über einen Zeitraum von acht Jahren begleitet der Regisseur die trans Jugendliche Karla im mexikanischen Städtchen Tepoztlán. Die Kamera wird Zeugin von Karlas Entwicklung, von den ersten Schritten der Transition bis hin zu ihrem Erwachsenwerden. In einer Umgebung, in der traditionelle Werte und die Realität einer queeren Identität immer wieder aufeinandertreffen, finden Karla und der Filmemacher in Gesprächen zueinander, die von Offenheit, Empathie und gegenseitigem Vertrauen geprägt sind.

    La Pureza: In „La pureza“ lernen wir den Alltag und die Träume von fünf Kindern kennen. Auf sehr persönliche Weise nähern wir uns nach und nach einem besseren Verständnis dafür, wer sie sind, was sie als Menschen ausmacht und was die wichtigste Veränderung in ihrem Leben bedeuten könnte.

    tinkino.org

  • Sa, 16.05.2026, 12.00 | Sa, 16.05.2026, 15.00 | Sa, 16.05.2026, 18.00 |
    Reichshof Hotel Hamburg
    Sonstiges
    QueerHistoryMonth | Auf ins Eldorado! | Immersives Theater im Reichshof

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  • Sa, 16.05.2026, 18.00 |
    Centro Sociale
    Film
    Collage mit den Filmstills der 8 Kurzfilme
    Kurzfilmprogramm (8 Einreichungen)

    In der Khmer Community und in der vietnamesischen Community in Südkalifornien setzen sich queere Personen mit ihrer Identität auseinander und schaffen sich in Between Us Räume in diesen. In La Pureza begleiten wir fünf Kinder durch ihren Alltag und ihre Träume, wohingegen in Seahorse Parents vier schwangere trans Männer ihre Erfahrungen erzählen. Wir tauchen in Blue Ball im Rahmen eines Rollplay ins Innere eines Schiffes ein und Giiwe πρό bizhiw/bizhiw πρό giiwe zeigt intime Momente in einem persönlichen Heimvideo. Der Dokumentarfilm At Home wirft Licht auf generationsübergreifende queere Freundschaft. Wir lauschen in Visitations einer kurzen Selbsterzählung und erhalten in Our Joyful Endings Einblick in das Tagebuch einer trans-männlichen Person, das expliziten Sex enthält.

    tinkino.org

  • Sa, 16.05.2026, 19.00 |
    Hamburg St. Pauli
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    Queer durch St. Pauli - Der Stadtteilrundgang aus lesbisch-schwuler-queerer Sicht
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  • Fr, 15.05.2026, 19.00 bis 21.00 | Sa, 16.05.2026, 19.00 bis 21.00 |
    Stadtteil St. Pauli
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